Dienstag, 5. Mai 2026
9:30 Uhr – Check-in
10:00 – 17:30 Uhr – Konferenz
17:30 Uhr – Wanderungen in Basel
19:00 Uhr – Ausklang
9:30 – 10:00 | Check-in + Kaffee
Dienstag | 10:00 – 10:15
Begrüssung und Eröffnung der Konferenz
Dienstag | 10:15 – 10:45
Keynote: Origins of Third Space I
Come, Stay, Grow: Kulturelle Orte gestalten, die verbinden
Aat Vos, includi
Warum ziehen uns manche Orte sofort in ihren Bann, laden uns zum Verweilen ein und helfen uns, gemeinsam zu wachsen? Dieser Vortrag untersucht, wie öffentliche und kulturelle Orte zu echten «Dritten Orten» werden. Anhand inspirierender internationaler Beispiele steht im Fokus, wie Design, Programmgestaltung und das Engagement der Community kulturelle Räume in Orte der Begegnung und der Zugehörigkeit verwandeln können.
Dienstag | 10:45 – 11:30
Panel 1: Auf einmal sozial? Kulturorte werden soziale Orte
Benedikt von Peter, Theater Basel | Prof. em. Dr. Udo Rauchfleisch, Private Psychotherapeutische Praxis Basel | Adriana Ruzek, Schwarzer Peter
Kulturinstitutionen übernehmen zunehmend soziale Funktionen – bewusst und aus gesellschaftlicher Notwendigkeit heraus. An der Schnittstelle von Kultur und Sozialem entstehen neue Erwartungen, neue Verantwortlichkeiten und neue Formen der Zusammenarbeit. Internationale Stimmen aus Politik und Kultur diskutieren, welche Chancen und Spannungen dieser Wandel mit sich bringt – und wie Kulturorte ihre Rolle zwischen künstlerischem Auftrag und sozialer Verantwortung gestalten können.
11:30 – 12:00 | Networking-Pause
Dienstag | 12:00 – 12:45
Impulsvortrag: Aufbrechen zum Dritten Ort – von der Initiative über die Entwicklung bis zum Betrieb
Tobias Bäcker, Netzwerk Dritte Orte / pro loco
Ob Kultureinrichtung in der Metropole oder Wiederbelebung der Dorfkneipe: «Wir wollen ein Dritter Ort werden!» Wie lassen sich Prozesse und Entwicklungen anstoßen und gestalten? Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen, welche Schrittfolgen zu beachten, und was macht einen «Dritten Ort» überhaupt aus? Der Impulsvortrag spannt einen Bogen zwischen Stadt und Land, Initiierung und Weiterentwicklung, kommunalen Kulturinstitutionen und frei-gemeinnützigen Projekten.
12:45 – 13:45 | Zmittag + Networking
Dienstag | 13:45 – 14:30
Panel 2: Money money money – Finanzierung Dritter Orte
Dritte Orte brauchen Ideen, Engagement – und verlässliche Finanzierung. Vertreter:innen aus Stiftungen, Finanzpolitik und Praxis diskutieren gemeinsam, welche Modelle tragfähig sind, wo Förderlogiken an Grenzen stossen und welche neuen Allianzen möglich werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Dritte Orte langfristig finanziert werden können, ohne ihre Offenheit und ihren Anspruch zu verlieren.
Dienstag | 14:30 – 15:15
Breakout Sessions 1: Raum geben (Initiation) – Teil 1
Es besteht die Möglichkeit, eine der Breakout Sessions um 14:30 Uhr zu besuchen und eine zweite um 15:45 Uhr, Anmeldung über die Konferenz-App.
1 | Vom Projekt zur Haltung – Organisationen im Wandel
Christina von Rotenhan, rotenhan ADVISORY
Viele Dritte Orte starten als Projekt – und stossen an Grenzen. Denn sie verändern nicht nur Räume und Angebote, sondern die Organisation selbst. Am Beispiel des Foyer Public am Theater Basel geht es um Erfahrungen, Dilemmata und die Frage, was es braucht, damit aus einem Projekt eine Haltung in der Organisation werden kann.
2 | Raum ohne Regie – Mut zum Unkuratierten
Patrick Oes, Theater Basel
Was heisst «unkuratiert» eigentlich im Alltag eines Kulturbetriebs? Dieser Workshop fragt danach, wie viel Kontrolle abgegeben werden kann und welche Formen der Nutzung zugelassen werden. Zwischen Risiken, Chancen und Grauzonen geht es um Regeln, Vertrauen und geteilte Verantwortung.
3 | Idealismus trifft Mammon – Den Dritten Ort wirtschaftlich denken
Nadine Apperle, Theater Basel
Ein Dritter Ort braucht Vision, aber auch ein tragfähiges Geschäftsmodell. Der Workshop beleuchtet Businesspläne, Kostenstrukturen und mögliche Finanzierungsmodelle. Zudem wird die Rolle von Finanzdirektion und Controlling im Spannungsfeld zwischen Idealismus und Wirtschaftlichkeit diskutiert.
4 | Räume für Dritte Orte gestalten – das Beispiel Basel
Walter Reinhard, Bau- und Verkehrsdepartment des Kantons Basel-Stadt
In den letzten Jahren haben sich in Basel verschiedene Dritte Orte etabliert. Was braucht es damit diese funktionieren? Was leisten sie für die Bevölkerung und die Stadt? Für verschiedene Beispiele werden Eigenheiten und Erfolgsfaktoren aufgezeigt und diskutiert.
5 | «Hier spielt die Musik!» – Community Music and the Role of modern-day Cultural Venues
Mika Haasler, Konzerthaus Dortmund
How can cultural venues reimagine their role in society to strengthen communities? Using both Konzerthaus Dortmund in Germany and the UK as case studies, this session will explore how community music can provide a path to connect, create and inspire through music in an increasingly polarised world.
6 | Förderkonsortien – Dritte Orte gemeinsam finanzieren
Dr. Theresa Gehringer und Andreas Geis, Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte | Elisabeth Roos, Initiative #VertrauenMachtWirkung
Ein Dritter Ort braucht Vision, aber auch tragfähige Förderpartnerschaften. Der Workshop begibt sich auf die gedankliche Reise durch das Universum der Förderkonsortien und diskutiert anhand einer kleinen Typologie wie vielfältig Rolle, Ziele und Förderungsmodus im Spannungsfeld zwischen Steuerung und Eigenständigkeit gestaltet werden können.
15:15 – 15:45 | Zvieri + Networking
Dienstag | 15:45 – 16:30
Breakout Sessions 1: Raum geben (Initiation) – Teil 2
Es besteht die Möglichkeit, eine der Breakout Sessions 1 um 14:30 Uhr zu besuchen und eine zweite um 15:45 Uhr, zur Auswahl siehe bitte oben, Anmeldung über die Konferenz-App.
Dienstag | 16:30 – 17:15
Impulsblock zur Tradition der Dritten Orte in Basel: Offene Räume und Basel, Kirche als Dritter Ort
Offene Räume und Basel
Barbara Buser, baubüro insitu
Basel hat eine lange Geschichte offener Räume und gemeinschaftlicher Treffpunkte – auch wenn sie früher nicht als «Dritte Orte» bezeichnet wurden. Der Kurzvortrag zeigt diese Tradition auf und verortet heutige Entwicklungen in diesem historischen Kontext.
Kirche als Dritter Ort
Anne Burgmer, Römisch-Katholische Kirche Basel-Stadt
Kirchen waren über Jahrhunderte zentrale Dritte Orte – Orte der Gemeinschaft, des Austauschs und der Zugehörigkeit. Heute verlieren viele dieser Räume an gesellschaftlicher Präsenz oder verschwinden ganz. Der Kurzvortrag beleuchtet ihre Bedeutung und fragt nach ihrer zukünftigen Rolle.
Dienstag | 17:15 – 17:30
Briefing Site Visits
Organisatorische Hinweise zu den Site Visits in Basel. In geführten Stadterkundungen durch Basel werden ausgewählte Dritte Orte direkt erlebbar. Die Touren ermöglichen Einblicke in konkrete Projekte und bringen Teilnehmer:innen mit den Menschen ins Gespräch, die diese Räume prägen und weiterentwickeln. Die Orte können zudem bereits vor oder auch nach der Konferenz individuell besucht werden – als Erweiterung des Programms in den Stadtraum hinein.
Anmeldung über die Konferenz-App, pro Tour sind 25 Teilnehmer:innen möglich.
Dienstag | 17:30 – 19:00 | Treffpunkt: Theaterplatz
Tour 1 | Theaterplatz Quartier – Cultural Institutions in Public Urban Space (EN)
Meret Jaggi, Verein Theaterplatz-Quartier
Ten cultural institutions near the Theaterplatz joined forces under the banner of the «Theaterplatz-Quartier» association. Together, they are committed to shaping and revitalising the public space around Theaterplatz. The tour takes you through the neighbourhood and highlights its cultural richness – from the Open Church of St. Elisabeth and SAM – the Swiss Architecture Museum to the kult.kino (cinema) beneath Jean Tinguely’s Fasnachts-Brunnen. Join the tour and meet the directors of the cultural institutions.
Tour 2 | Theaterplatz-Quartier – Kulturinstitutionen im öffentlichen Stadtraum
Tim Buser, Theaterplatz-Quartier-Wanderungen
Zehn Basler Kulturinstitutionen haben sich rund um den Theaterplatz zum Verein «Theaterplatz-Quartier» zusammengeschlossen. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, den öffentliche Raum rund um den Theaterplatz zu gestalten und zu beleben. Der Rundgang führt durch das Quartier und macht seine Kulturdichte sichtbar – von der Offenen Kirche Elisabethen über das SAM Schweizer Architekturmuseum bis zum kult.kino unter Jean Tinguelys Fasnachtsbrunnen. Unterwegs dabei sind die Direktor:innen der Kulturhäuser.
Tour 3 | Foyer Public – Blick hinter die Kulissen
Marian Cramm, Theater Basel | Thea Stucki, Theater Basel
Wie funktioniert der Alltag im Foyer Public? Der Rundgang gibt Einblicke in den Betrieb vom morgendlichen Aufbau der Kinderecke, über Formate und Angebote wie Mini-Massagen, Ping-Pong, Schachclub oder Familiendisco bis zur Rolle der freiwilligen AskMe-Mitarbeitenden und Praktikant:innen. Gleichzeitig wird sichtbar, wie der Raum auch ohne Programm als offener Aufenthaltsort funktioniert. Auch die Schnittstellen zum Theaterbetrieb und die damit verbundenen Spannungsfelder werden thematisiert.
Tour 4 | Dreispitz – vom Industrieareal zum Public Space
Maria Luisa Brooke, Basel Tourismus
Auf dieser Führung durch das Dreispitz-Areal wird Raumentwicklung direkt erfahrbar. Wo einst das Zollfreilager war, prägen heute Kunst, Bildung und Kreativwirtschaft den Ort. Gemeinsam werden prägende Bauten, wie die Hochschule der Künste, das Oslo Nord Gebäude erkundet. Die Führung vermittelt Hintergründe zur Entwicklung und lädt dazu ein über die Rolle von Architektur und Stadtentwicklung für neue Formen von Public Space nachzudenken.
Tour 5 | How to CIVIC – Where Art Academy Meets Public (DE/EN)
Matylda Krzykowski, CIVIC | Ligia Tarcea, CIVIC
CIVIC at the HGK Basel FHNW sees itself as a social infrastructure and an open space for discourse and exhibitions. It is a place where students, researchers and the public come together to contribute ideas and develop formats collaboratively. The project team offers insights into this experimental environment and explores how educational institutions can become places of exchange and social participation.
Tour 6 | kHaus Plaza – Begegnungsraum im Kasernenareal
Joël Pregger, kHaus
Das kHaus im Kleinbasel öffnete im Jahr 2022 seine Türen. Es ist ein Kultur- und Begegnungsraum für kulturelle Akteur:innen, das Quartier und die Stadtbevölkerung. Das kHaus bietet eine niederschwellig zugängliche Plattform für vielseitig kulturelle oder gesellschaftliche Projekte. Herzstück ist die öffentliche Plaza, ein Raum ohne Konsumpflicht um sich zu treffen, zu verweilen oder Projekte umzusetzen. Der Besuch gibt Einblicke in das kHaus und seine vielfältigen Nutzungen, von Veranstaltungsräumen über Coworking bis zum offenen Aufenthaltsbereich. Gemeinsam wird diskutiert, wie solche Orte als soziale Infrastruktur funktionieren und welche Dynamiken entstehen, wenn unterschiedliche Nutzer:innengruppen einen Raum teilen.
Tour 7 | Unternehmen Mitte – Kaffeehaus als Kulturimpuls
Daniel Häni, Unternehmen Mitte
Das Kaffeehaus Unternehmen Mitte gehört seit über 25 Jahren zu den prägenden Begegnungsorten der Basler Innenstadt. Nach dem Kauf durch die Stiftung Edith Maryon entstand 1999 in der ehemaligen Schalterhalle der Schweizerischen Volksbank ein grosses Kaffeehaus. Mitgründer Daniel Häni gibt Einblick in den Ort, der für ihn Kulturimpuls ist. Im Kaffeehaus gibt es zum Beispiel – sehr erfolgreich – keine Konsumationspflicht. Es ist ein Dritter Ort. Ein öffentliches Wohnzimmer. Eine Agora. Ein Theaterstück, das immer weiter geht.
Tour 8 | GGG Stadtbibliothek – Open Library im Schmiedehof
Julia Wäger, GGG Stadtbibliothek und GGG Schmiedehof
Die GGG Stadtbibliothek setzt mit dem Open Library Konzept neue Massstäbe und gilt als Vorbild für viele Bibliotheken in der Schweiz. Nach einer Einführung in das Konzept und seine Bedeutung für die Entwicklung als Dritter Ort wird der Basler Hauptstandort im Schmiedehof gemeinsam erkundet. Dabei wird diskutiert, wie Bibliotheken als offene, niederschwellige Räume für unterschiedliche Nutzergruppen funktionieren und welche Rolle sie für und als Dritte Orte einnehmen können. Als Kooperationspartner stellt sie dem Foyer Public ihre Pop-up-Bibliothek zur Verfügung, wodurch sich beide Dritte Orte gegenseitig ergänzen und stärken.
Tour 9 | Quartierzentrum Union – Soziokultur im Matthäus-Quartier
Gabriel Meisen, Quartierzentrum Union | Anna Trümpy, Quartierzentrum Union
Nach einer Neuausrichtung wurde das Union 2025 als Quartierzentrum mit Bistro im Matthäus-Quartier wiedereröffnet. Der Besuch gibt Einblicke in das von Denkstatt Sàrl und baubüro in situ entwickelte Nutzungskonzept als niederschwelliger Begegnungsort. Wie wird soziokulturelle Praxis konkret umgesetzt? Vom offenen Quartierbistro bis zur Zwischennutzung durch die GGG-Bibliothek im grossen Theatersaal wird gemeinsam diskutiert, welche Chancen und Herausforderungen mit einem Transformationsprozess im Alltag verbunden sind.
Tour 10 | Heiliggeistkirche – Quartierkirche im Gundeli
Anne Burgmer, Römisch-Katholische Kirche Basel-Stadt | Katrin Schulze, Pfarrei Heiliggeist
Die Heiliggeistkirche wurde 1912 im neugotischen Stil als Zentrum der katholischen Gemeinde im damals wachsenden Gundeldinger-Quartier erbaut. Der Bau von Gustav Doppler sowie Max und Carl Anton Meckel markiert bis heute einen wichtigen Orientierungspunkt im Quartier. Nach über hundert Jahren Nutzung und einer umfassenden Renovation 2012 dient die Kirche nach wie vor als religiöser, kultureller und sozialer Treffpunkt der Pfarrei Heiliggeist. Der Besuch lädt dazu ein, im Gespräch mit Katrin Schulze, Pfarreiseelsorgerin und Stv. Pfarreileitung Heiliggeist über die Rolle von Kirchen als öffentliche Räume und Orte der Gemeinschaft im städtischen Alltag nachzudenken.
Dienstag | ab 19:000:15 – 11:00 I Blackbox
Ausklang / Get-Together im Foyer Public | Theater Basel
Mittwoch, 6. Mai 2026
9:00 Uhr – Ankommen
9:15 – 16:00 Uhr – Konferenz
9:00 – 9:15 | Ankommen + Kaffee
Mittwoch | 9:15 – 10:00
Keynote 2: Origins of Third Space II
From Le CENTQUATRE-PARIS to the world – cultural urbanism as a blueprint for cultural spaces
Martin Colomer-Diez, CENTQUATRE-PARIS
Through the experience of Le CENTQUATRE‑PARIS, this intervention explores cultural urbanism as a methodological framework for imagining, designing, and activating contemporary cultural spaces and art projects in the public space.
Conceived as a porous and hybrid institution, Le CENTQUATRE‑PARIS has, since its opening, embodied a new model of cultural facility: at once a place for artistic production, a platform for international creation, and a shared urban space open to all audiences. Rooted in a former industrial site at the heart of Paris, Le CENTQUATRE‑PARIS functions as a living ecosystem where artists, residents, cultural professionals, and visitors intersect on a daily basis. Residencies, creative production, events, public art, amateur practices, early‑childhood activities, shops, and restaurants coexist within a single architectural and social framework. This constant interaction between art, everyday life, and urban uses forms the basis of a pragmatic and inclusive approach to culture‑led urban transformation.
Building on this laboratory‑scale experience, the engineering department of Le CENTQUATRE‑PARIS has, since 2014, extended this methodology to major cultural projects in France and internationally.
Based on the CENTQUATRE-PARIS experience and on the projects led by the engineering team, the talk will showcase how cultural diagnostics, strategic positioning, programming, and site‑specific artistic interventions can support the emergence of hybrid cultural venues embedded in their territories. Artistic and cultural projects can be powerful drivers of attractiveness and territorial transformation: they reveal places and their uses, bring stakeholders together around a shared vision, and highlight local dynamics.
Mittwoch | 10:00 – 10:45
Panel 3: Dritte Orte – Quo Vadis?
Julia André, Körber-Stiftung | Andreas Geis, Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte | Tabea Michaelis, Institut für Architektur IAR
Dritte Orte entstehen vielerorts – doch wer gestaltet und betreibt sie eigentlich? Kommen diese Akteur:innen aus Kultur, Architektur, Sozialarbeit, Stadtentwicklung oder ganz anderen Disziplinen – und braucht es künftig ein eigenes Berufsbild dafür? Das Panel diskutiert, woher eine stärkere Professionalisierung kommen könnte: neue Netzwerke, interdisziplinäre Zusammenschlüsse, eine Akademie oder ein Studiengang. Im Zentrum steht die Frage, wie aus einer vielfältigen Praxis ein selbstbewusstes, vernetztes Feld mit klarer Perspektive entstehen kann.
10:45 – 11:15 | Networking-Pause
Mittwoch | 11:15 – 12:00
Breakout Sessions 2: Raum halten (Alltag) – Teil 1
Es besteht die Möglichkeit, eine der Breakout Sessions 2 um 11:15 Uhr zu besuchen und eine zweite um 12:00 Uhr, Anmeldung über die Konferenz-App.
7 | Alle willkommen? – Vielfalt gemeinsam entwickeln
Marian Cramm, Theater Basel
Im Alltag Dritter Orte sind Fragen zu Zugänglichkeit, Diskriminierung, Inklusion und Einsamkeit ständig präsent und verlangen bewusste Entscheidungen. Vielfalt entsteht nicht automatisch, sondern muss im Team reflektiert, ausgehandelt und Schritt für Schritt entwickelt werden. Der Workshop stellt die Bedeutung von Selbstreflexion ins Zentrum und arbeitet mit konkreten Praxissituationen. Er stärkt die Fähigkeit, mit widersprüchlichen Erwartungen professionell umzugehen, Unsicherheiten auszuhalten und gemeinsam Haltung zu entwickeln.
8 | Zwischen Vision und Schichtplan – Dritter Ort im Alltag
Anja Adam, Theater Basel
Wie sieht der Dritte Ort jenseits von Projektlogiken im täglichen Betrieb aus? Thematisiert werden Personalplanung, Öffnungszeiten, Routinen und typische Konflikte zwischen Programm, Service und freier Nutzung. Praxiserfahrungen zeigen, wie Vision und Alltag produktiv zusammenfinden können.
9 | Kommunikation und konsumfreier Raum
Michael Amtmann, Gasteig München GmbH
Wie kommuniziert man einen konsumfreien Raum nach aussen – und im Raum selbst? Der Workshop behandelt Erwartungsmanagement, Signaletik sowie Imagebildung ohne Marketingüberhöhung. Sprache, Tonalität und Haltung spielen dabei eine zentrale Rolle.
10 | Engagement auf Augenhöhe – Freiwillige als unverzichtbare Mitgestalter:innen
Ursula Baum, GGG Benevol
Freiwillige sind zentrale Akteur:innen im Dritten Ort. Damit diese Zusammenarbeit für alle Seiten stimmig und nachhaltig gelingt, braucht es klare Rollen, gute Begleitung und gegenseitige Wertschätzung im Zusammenspiel mit Hauptamtlichen. Der Workshop beleuchtet, wie Motivation gefördert, rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen geklärt und Engagement so eingebunden werden kann, dass ein echtes Miteinander auf Augenhöhe entsteht.
11 | Was wirkt wirklich? – Evaluation und Lernen
Veronika Ehm, EDUCULT
Dritte Orte verfolgen vielfältige soziale, kulturelle und gesellschaftliche Ziele, deren Wirkung sichtbar und nachvollziehbar gemacht werden soll – nach innen wie nach aussen. Der Workshop stellt quantitative und qualitative Evaluationsmethoden vor und beleuchtet unterschiedliche Wirkungslogiken, auch im Hinblick auf Politik, Stiftungen und weitere Förderpartner:innen. Evaluation wird dabei nicht als Kontrollinstrument verstanden, sondern als Grundlage für strategische Weiterentwicklung, transparente Kommunikation und gemeinsames Lernen.
12 | Vom Türsteher zur Concierge – Gastgeberschaft im offenen Haus
Anna Kleeblatt, AK. Culture. Marketing, Sales, Service
Gastgeberschaft wird als professionelle Schlüsselrolle im offenen Kulturbetrieb – insbesondere im Dritten Ort – neu gedacht. Zwischen Service, Beziehung und Präsenz geht es darum, Offenheit aktiv zu gestalten und zugleich Orientierung sowie klare Rahmenbedingungen zu bieten. Inspiriert von Hospitality-Konzepten wie der Idee einer «unvernünftigen Gastgeberschaft» fragt der Workshop, wie weit Kulturorte in Aufmerksamkeit, Grosszügigkeit und Verantwortung gehen können – und was sie dabei von Gastronomie und Hotellerie lernen können.
13 | Ein Kulturquartier im Werden – Herausforderungen, gelebte Kooperation und Aufbruch
Meret Jaggi und Nicolas Schmutz, Verein Theaterplatz-Quartier
Wie gründet sich ein Kulturquartier, welche Bedeutung hat es und welchen Effekt soll es erzielen? Die Session fragt nach den frühen Phasen eines solchen Vorhabens: Wie bringt man grosse Kulturinstitutionen an einen Tisch, die unterschiedlicher kaum sein könnten? Welche Herausforderungen zeigen sich, wenn Kooperation nicht nur auf dem Papier, sondern im Alltag gelebt werden soll? Wie gelingt es, den Aussenraum mit beschränkten Mitteln zu bespielen? Anhand des laufenden Prozesses rund um das Theaterplatz-Quartier in Basel geben die beiden Referierenden Einblicke in einen Aufbau und möglichen Zukunftsszenarien – mit allen offenen Fragen, Herausforderungen und Zwischenerfolgen.
Mittwoch | 12:00 – 12:45
Breakout Sessions 2: Raum halten (Alltag) – Teil 2
Es besteht die Möglichkeit, eine der Breakout Sessions 2 um 11:15 Uhr zu besuchen und eine zweite um 12:00 Uhr, zur Auswahl siehe bitte oben, Anmeldung über die Konferenz-App.
12:45 – 13:30 | Zmittag + Networking
Mittwoch | 13:30 – 14:15
Praxisblock: Fallbeispiele – Praxis im Fokus
Wiebke Stockinger, Halle E + G – Museumsquartier Wien | Eva Tillig, FLUX – Pinakothek der Moderne München
In diesem kompakten Block werden drei ausgewählte Fallbeispiele in Kurzvorträgen präsentiert – jeweils mit anschliessender Questions & Answers-Runde. Die Beiträge geben vertiefte Einblicke in konkrete Projekte und laden zur direkten Auseinandersetzung mit Erfahrungen, Herausforderungen und Learnings ein. Details zu den ausgewählten Projekten folgen – stay tuned.
Mittwoch | 14:15 – 15:00
Panel 4: Audience Development und Community Building – zwei Wege ein Ziel?
Dr. Katrin Grögel, Kultur Basel-Stadt | Mika Haasler, Konzerthaus Dortmund | Anna Rose, Space Syntax | Max Wagner, Kulturmanager
Dritte Orte bewegen sich zugleich im Feld von Audience Development und Community Building. Sie sind wirtschaftlicher Faktor, Imageverstärker und strategisches Instrument – und gleichzeitig Räume langfristiger Beziehungsarbeit, Teilhabe und gemeinsamer Verantwortung.
Das Panel macht die Spannungen und Schnittmengen zwischen diesen Logiken sichtbar: Gruppenansprache und echte Zugehörigkeit, Kennzahlen und Vertrauen, technische Infrastruktur und soziale Prozesse. Wo entstehen Reibungen – und wo überraschende Allianzen? Eine Diskussion mit offenem Visier, die unterschiedliche Perspektiven bewusst aufeinandertreffen lässt und einen der spannendsten Diskurse der Konferenz aufgreift.
Mittwoch | 15:00 – 15:30
Closing Keynote 3: How Do Third Places Generate Income?
Robin Cantrill-Fenwick, Baker Richards
Zum Abschluss der Konferenz analysiert Robin Cantrill-Fenwick die Frage, wie Dritte Orte Einkommen generieren – und was «Income» im Kontext von Offenheit, Gemeinwohl und sozialer Wirkung eigentlich bedeutet. Die Keynote verbindet ökonomische Klarheit mit einem erweiterten Verständnis von Wert und zeigt, wie finanzielle Tragfähigkeit und gesellschaftlicher Anspruch zusammengedacht werden können. Ansteckend und inspirierend: Auf dass ihr alle die Konferenz verlasst und gar nicht anders könnt, als komplett geflasht direkt morgen einen Dritten Ort zu beginnen.
Mittwoch | 15:30 – 16:00
Verabschiedung und Ende der Konferenz
Anja Adam, Anna Kleeblatt
Änderungen vorbehalten.